Haben Sie ein Beispiel einer Immobilienspende?

Die Caritas Luzern hat letztes Jahr eine grosszügige Spende erhalten, sie hat ein schönes Zweifamilienhaus in der Agglomeration Luzern geerbt. Wie kam es dazu?

Thomas Thali, Geschäftsführer Caritas Luzern wurde interviewt von Lara Bühler.


Herr Thali, die Caritas Luzern hat dieses Jahr eine grosszügige Spende erhalten.

T. Thali: Ja, wir haben ein Zweifamilienhaus im Kanton Luzern geerbt.

Wie kam es dazu?

T. Thali: Wir kannten die Familie Erni seit vielen Jahren. Frau Erni hat die Caritas Luzern regelmässig mit Spenden unterstützt. Auch ihre Tochter hat sich stark für benachteiligte Menschen eingesetzt. Vor einigen Jahren hat Frau Erni ihr Wohnhaus der Caritas Luzern vermacht.

Frau Erni ist bereits vor einigen Jahre gestorben. Weshalb können Sie erst jetzt über das Haus verfügen?

T. Thali: Frau Ernis Wunsch war, dass sie und ihre Tochter zu Lebzeiten im Haus wohnen dürfen. In den letzten Jahren bewohnten die Tochter und eine weitere Familie das Zweifamilienhaus. Leider litt Frau Ernis Tochter an einer schweren Krankheit, Sie verstarb in diesem Jahr.

Was macht die Caritas Luzern nun mit dem Haus? Hat Frau Erni zur Verwendung ebenfalls Wünsche geäussert?

T. Thali: Frau Erni und ihre Tochter hatten grosses Vertrauen in die Arbeit der Caritas Luzern. Sie hat die Entscheidung uns überlassen. Ihr war wichtig, dass ihre Spenden und ein allfälliger Erlös aus dem Verkauf der Liegenschaft für die dringendste Hilfe eingesetzt werden. Der Tochter von Frau Erni lagen zwei Wünsche besonders am Herzen: Durch ihre Krankheit sollen der Gemeinde und anderen Parteien keine Kosten entstehen. Und für die im Haus wohnende Familie soll eine gute Lösung gefunden werden. Diese Wünsche berücksichtigt die Caritas Luzern selbstverständlich.

Und wie werden Sie vorgehen?

T. Thali: Momentan klären wir ab, welcher Weg der Beste ist. Ziel ist es, aus dem Legat im Sinne der Spenderin möglichst viel für Menschen in Not tun zu können.

Was empfehlen Sie Personen, die über ihre Lebzeiten hinaus karitative Organisationen wie die Caritas unterstützen möchten, z.B. in Form eines Vermächtnisses?

T. Thali: Ich empfehle ihnen, sich früh mit den Fragen rund um den eigenen Tod zu beschäftigen, um bei einer Krankheit nicht unter Druck entscheiden zu müssen. Möchte man eine gemeinnützige Institution mit einer Erbschaft bedenken, ist es nötig, dies in einem Testament zu benennen. Die eigenen Wünsche sollten möglichst auch mit den Angehörigen besprochen werden. Der Leitfaden zum Testament, eine Caritas-Publikation, kann dabei hilfreich sein. Bei weiteren Fragen dazu oder auch juristischen Fragen unterstützen wir interessierte Personen gerne.


Erschienen im Magazin «Nachbarn» 15/02, am 20. Oktober 2015

 
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