Die Caritas Luzern wird Flüchtlinge nicht weiter betreuen

10. Dezember 2015

Ein 30-jähriges Engagement geht zu Ende: Seit 1987 betreut die Caritas Luzern im Auftrag des Kantons Luzern anerkannte Flüchtlinge auf ihrem Weg der Integration. In den letzten Verhandlungen für einen neuen Vertrag ab 2017 kam es zu keiner Einigung. Die Abgeltung des Kantons liegt so tief, dass es der Caritas nicht mehr möglich ist, diese Arbeit weiterzuführen.
Der Kanton muss sparen, auch die Verhandlungen über einen neuen Vertrag zur Betreuung anerkannter Flüchtlinge standen unter diesem Stern. Die Caritas Luzern hat in Anbetracht der erforderten Sparmassnahmen ihre Leistungsofferte ebenfalls bis an die Schmerzgrenze optimiert. Der Ansatz des Kantons lag noch tiefer. Er stellt sich eine Übernahme der gleichen Leistungen zu bedeutend tieferen Ansätzen und zudem ohne Risikoabdeckung vor. Dies ist betriebswirtschaftlich nicht machbar, aber auch nicht mit den Grundsätzen eine Hilfswerks vereinbar.
 
Zu grosses Risiko
Es ist für die Caritas klar, dass gerade bei den aktuell hohen Flüchtlingszahlen die Kosten so knapp  wie möglich gehalten werden müssen. Sie hat deshalb ihren Beitrag in Form einer klar gekürzten Offerte eingereicht. Dass das finanzielle Risiko bei einem Rückgang der Zahlen in Bezug auf hohe Schwankungen und stehende Strukturkosten einseitig zu Lasten der Caritas ginge, ist aber ein zu hohes Risiko und für den Vorstand nicht verantwortbar.
 
Das Ende einer Ära
Der Vertrag zur Betreuung anerkannter Flüchtlinge und vorläufig aufgenommener Personen wird deshalb auf Ende 2016 auslaufen. Die Caritas Luzern wird Mitarbeitenden in diesem Bereich auf diesen Zeitpunkt hin die Kündigung aussprechen müssen. Nach rund dreissig Jahren Engagement verliert die Caritas innert Jahresfrist nun nebst dem Asylauftrag auch den Flüchtlingsauftrag. Beide Aufträge wurden durch die Caritas von Beginn weg aufgebaut, an die ständig wechselnden Vorgaben angepasst und stets nach humanitären Grundsätzen und im Hinblick auf eine Integration geführt. In dieser Zeit hat sich die Caritas eine hohe Kompetenz in einem gesellschaftlich sensiblen Bereich erarbeitet, die nun nur noch teilweise zur Verfügung steht. Die Caritas Luzern wird sich jedoch weiterhin für die Integration auch von Migrantinnen und Migranten einsetzen.