Mittendrin und nicht dabei

15. April 2016

Kampagne Familienarmut
Armut bei Familien ist auch im Kanton Luzern eine Realität. Die aktuelle Kampagne der Caritas Luzern will für die Problematik sensibilisieren.
 
Kinder zu haben, ist in der Schweiz ein Armutsrisiko. Besonders gefährdet sind Alleinerziehende und Familien mit drei und mehr Kindern. Rund eine Viertelmillion Eltern und Kinder leben heute unter der Armutsgrenze. So sind Familien mit drei oder mehr Kindern mehr als doppelt so häufig von Armut betroffen wie kinderlose. Hier trifft es jede sechste Familie. Ein Drittel aller Sozialhilfebeziehenden sind Kinder und Jugendliche. Auch im Kanton Luzern ist die Armut von Familien eine Realität. Laut dem Statistischen Amt wurden im Jahr 2014 insgesamt 8469 Personen mit wirtschaflicher Sozialhilfe unterstützt. Ein Drittel davon sind Kinder und Jugendliche bis zu 17 Jahren.
 
Die Caritas Luzern ist in der täglichen Arbeit besonders häufig mit Familienarmut konfrontiert. Neben Familien, die Anrecht auf Sozialhilfe haben, sind es oft Working-Poor-Familien, die sich mehr schlecht als recht über Wasser halten. Das äusserst knappe Budget, häufig verbunden mit einer Schuldenspirale, hat grossen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder. Budgetbelastend sind immer wieder die Krankenkassenprämien und die jährlich sinkenden Prämienverbilligungen.
 
Familienarmut muss zum Thema werden
Mit der aktuellen Kampagne will die Caritas Luzern für die Problematik sensibilisieren. Sie bietet Pfarreien, Vereinen und Gemeinden Fachwissen und Materialien an, um Familienarmut zu thematisieren und erfahrbar zu machen.
Eine Tagung im September vermittelt Informationen und Wissen zu Familienarmut im Kanton Luzern, bietet eine Diskussionsplattform und ermöglicht Vernetzung. Sie richtet sich an Behördemitglieder, Mitarbeitende und Engagierte im kirchlichen Umfeld, an Schulen, Arbeitgebende und Wohnungsverwaltungen.