Geschichtliche Basis

Die Caritas Luzern feierte im März 2012 ihr 30-jähriges Bestehen. Seit jeher orientiert sich ihre Tätigkeit an den Nöten der Schwächsten und an der Frage: Wer braucht welche Hilfe?
Lebensmittelladen früher Was 1982 mit einer 50-Prozent-Stelle begonnen hat, ist heute zu einem professionellen Dienstleistungsbetrieb mittlerer Grösse angewachsen. Die Caritas Luzern beschäftigt rund 140 Mitarbeitende und gehört zu den grösseren KMU in der Zentralschweiz. Mit ihr gewachsen sind die Aufgaben und die gesellschaftlichen Herausforderungen.

Gleich geblieben ist indes das Engagement der Caritas Luzern für Menschen in Not. Aus dem sozialen Engagement der Kirche für hilfsbedürftige Menschen hervorgegangen, standen für das katholische Hilfswerk von Beginn an Alleinerziehende – damals noch als Einelternfamilien bezeichnet –, Arbeitslose, Arme, Flüchtlinge und Menschen am Rande der Gesellschaft im Zentrum.
Fahrzeug Möbel früher
Von der Pionierarbeit zu Regelstrukturen
Immer wieder ging die Caritas Luzern in den 30 Jahren als Pionierin neue Wege. So hat sie etwa als erstes Hilfswerk auf dem Platz Luzern gemeinsam mit dem Kanton ein Erwerbslosenprojekt initiiert und aufgebaut. Daraus entstand Anfang der 1990er-Jahre das Beschäftigungsprojekt «Möbelwerkplatz», erst nur für ein halbes Jahr. Es folgten weitere Programme für arbeitslose Frauen, für ausgesteuerte Personen; ihnen allen ist gemeinsam, dass sie nahe am Arbeitsmarkt sind. Heute gehören solche Arbeitsintegrationsprojekte zur Regelstruktur – Arbeit, Bildung und das Ziel der Integration in den ersten Arbeitsmarkt sind zum Standard geworden.
Konzert KulturLegi

Engagiert in den Herausforderungen der Gesellschaft


Die Caritas Luzern versuchte stets, innovativ auf die gesellschaftlichen Realitäten zu reagieren. Themen wie Verschuldung beschäftigten die Caritas Luzern schon in den Anfängen. Mittlerweile bietet das Caritas-Netz in der ganzen Schweiz Budget- und Schuldenberatung an. Zur Zeit der Häuserbesetzungen im Luzern der 1980er-Jahre, bedingt durch die Problematik der Obdachlosigkeit, führte sie die Gassenarbeit und betreute und verwaltete Wohnungen – was schliesslich in das Angebot «betreutes Wohnen» der Stadt Luzern mündete. Mitinitiiert hat die Caritas Luzern im Bereich Asyl als Leistungserbringerin für den Kanton die Härtefallkommission.

Die Caritas Luzern ist auch Stimme für jene, die keine haben. Sie macht sich stark für Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, ausgegrenzt sind und ohne viel Aufmerksamkeit ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Aus dem Wissen, dass Armut heute weit mehr Personen betrifft als Betagte oder Rentnerinnen und Rentner wie noch vor 30 Jahren, wurde für diese Menschen vor fünf Jahren die KulturLegi in der Zentralschweiz lanciert. Sie ermöglicht ihnen das Teilnehmen am sozialen Leben.

So hat die Caritas Luzern ihre Projekte und Unterstützungsangebote in den Bereichen Armut, Erwerbslosigkeit und Migration immer wieder dem gesellschaftlichen Wandel angepasst. Dabei unterstützt wurde sie von der ersten Stunde an von zahlreichen freiwillig Engagierten. Mit ihnen zusammen gilt es, auch die nächsten 30 Jahre bedürftigen Menschen zur Seite zu stehen, sie so zu unterstützen, dass sie ein menschenwürdiges Leben führen können und weniger Ausgrenzung erfahren.